Samstag, 11. Juli 2020

Alleenstrasse von Rügen nach Radolfzell oder ein Inselkind wird zum Seekind ;-)

....ich habe meine Heimat verlassen. Oder meine Komfortzone?

 Ich bin mit meinem Mann und meinem Sohn an den schönen Bodensee gezogen. Ich kenne dieses wunderschöne Fleckchen Erde schon länger und wollte immer hier leben. In meiner Fantasie war das alles ganz easy. Wir ziehen um und fangen da an, wo wir aufgehört haben. Doch genauso läuft das nicht.

Thomas ist schon vorgegangen und hat unser Haus bezogen. Dies bereits im Mai. Ich war auf der Insel und habe hier alles aufgelöst. Nebenbei mussten wir finanziell zwei Haushalte stemmen. Anders ging es nicht, da mein Liebster im Haus ein Zimmer ebenerdig für mich bauen wollte. (Hierzu zog er eine Trennwand durch unser großes Wohnzimmer.) Es wurde nicht einfach nur ein Zimmer, sondern ein Mädchentraum! Es hatte ein Ankleidezimmer und eine Festhaltestange neben dem Bett, das ich leicht herauskomme. Dann stellte er mir als Überraschung einen Schminktisch auf - daneben ebenfalls eine Haltestange-  so das ich leichter vom Hocker hoch komme.

Ich verzettel mich bereits wieder. Also wir mussten zwei Haushalte und den Umbau finanziell stemmen. Das Ganze unter Corona. Die Wirtschaft stand - teilweise immer noch - still. Mein Mann, der selbstständig ist, verdient ganz wenig und ich bekomme "nur" Rente. Nun ist das immer noch mehr als Andere haben. Dafür bin ich dankbar. Jetzt fragt sich sicher der Ein oder Andere, wieso. Wieso haben sie nicht gewartet und den Umzug verschoben. Weil ich fertig war auf der Insel. Weil ich medizinisch top versorgt sein wollte. Das bin ich auf der Insel nicht! Auch nicht an der Uniklinik Greifswald! Weil mein Sohn einen Neuanfang außerhalb der Insel wollte, weil mein Mann und ich unsere eigene Scholle kreieren wollten. Weil wir nochmal ein neues Abenteuer wollten. Dazu gehört eine Menge Mut und Vertrauen. Vertrauen ins Leben, in uns. Das alles gut wird.

Auch wenn es gerade viele Diskussionen aus Ängsten heraus gibt, wir lernen erst miteinander zu leben, so bin ich trotzdem froh es getan zu haben.

Ich vertraue dem Zauber des Anfangs .....




Donnerstag, 25. Juni 2020

Tschüss

Der letzte Abend auf der Insel Rügen🤗ich gehe mit leichtem Gepäck. Voller Hoffnung und Träume. Ich bin auch sehr dankbar für die letzten Jahre, die mich geformt haben. Dankbar für Menschen die kamen und dankbar für die die gingen. Ich hatte viele tolle und auch lehrreiche Begegnungen. Ich konnte nicht mehr jedem Tschüss sagen. Also jetzt auf diesem Wege; Tschüss, nur Gutes für Jeden und passt auf euch auf  💓

Samstag, 21. März 2020

Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist Pläne zu schmieden! - John Lennon

....tja genau so! Eigentlich war so viel geplant in diesem Frühjahr. Jedoch ist eigentlich wie halb schwanger, das gibt es nicht. Daher kommt, wie das manchmal so ist,  alles anders. Meine freie Trauung steht in den Sternen, die standesamtliche Hochzeit auf der Gorch Fock gecancelt. Sie findet jetzt im kleinen Rathaussaal Stralsund statt. Frisör zu und ab heute Abend auch kein Restaurant mehr., das heißt aufs wesentliche besinnen, keine Ablenkung, einfach romantisch, schlicht, Damit bin ich schon beim Kern der Sache. Mir ging es in den letzten Tagen wie wohl Vielen. Nur das die Angst und Panik in meinem Fall körperliche Auswirkungen hat. Ich bin jeden Tag mindestens einmal gestürzt. Mein Körper übersät mit blauen Flecken. Einfach weil ich gedanklich so viel von außen bekam, das ich mich nicht mehr aufs Wesentliche konzentriert  und schlichtweg Angst hatte. Übermächtige, große Angst.

Was ist für mich das Wesentliche? Mich nicht anstecken zu lassen von der Panik, ruhig zu bleiben und mich nicht vom Monsterchen ( so nenne ich den Virus) beherrschen zu lassen, meinen Kopf einzuschalten. Das bedeutet für mich, weniger Facebook und Instagram, Distanz von Panikschürern, mehr Telefonate, Briefe, Bücher lesen, alte Serien schauen, Schokolade in jeder Form, Yoga, MotoMed und nicht zu vergessen zu atmen. Dabei sehr wirksam war  ein Telefonat mit einer guten Freundin die mir half  wieder ruhig zu werden, als ich es gerade nicht konnte. Resultat: Ich bin gestern nicht gestürzt. Statt dessen habe ich angefangen meine Terrasse schön zu machen und einfach zu genießen. Dabei habe ich mich auf Neues eingelassen und ganz laut Musik gehört, die bis dahin nicht in meinem Universum war. Jetzt schon!

Das gute am Monsterchen ist, ich beobachte weniger Ego, raus aus der Komfortzone, Dinge anders machen, viel Dankbarkeit, viel Liebe, viel miteinander ohne sich zu nahe zu kommen ;-).

Es ist wie es ist, doch es wird was du daraus machst. Irgendwann wird es wieder normal (was ist normal) weitergehen, doch irgendwie auch nicht. Es hat mit uns Menschen ganz viel gemacht und ich hoffe mehr Liebe und weniger Ego bleiben!

Bleibt alle gesund!